Die meisten Probleme, die Ihre Kinder in der Schule haben, liegen nicht darin begründet, dass sie den Lern-
stoff nicht bewältigen können: Sie lernen nicht richtig bzw. nicht ihrem Lerntyp entsprechend. Der
Lerntyp entwickelt und verändert sich im Laufe des Lebens. Man hat im Erwachsenenalter gelernt, sich an
Situationen anzupassen. Kinder gehen entsprechend ihrer Lernpersönlichkeit an den Lernstoff heran und
scheitern damit manchmal. Wenn Ihr Kind z.B. ein emotionaler Lerntyp ist, versucht es, emotional an
logischen Lernstoff wie Mathematik heranzugehen. Da Mathematik selten emotional strukturiert ist, kann
Ihr Kind frustriert werden.
Der Schlüssel zum Lernerfolg ist es, den Lerntyp Ihres Kindes zu erkennen und Situationen, in denen
Ihr Kind Lernprobleme hat, so besser einzuschätzen.
Testen sie den Lerntyp ihres Kindes. (pdf, 999.4 KB)
Zusammenfassung des Vortrags vom 2.11.2017 (pdf, 275.6 KB) der LVB Lernen e.V., info@lvb-lernen.de
Zum 1. August 2015 traten für die Bremer Grundschulen neue Zeugnisverordnungen in Kraft. Das Ziel war eine Verbindlichkeit und Einheitlichkeit für alle Schulen zu bekommen. In der kompetenzorientierten Leistungsrückmeldung (KompoLei) wird zusammengefasst, welche Fähigkeiten Schüler in den ersten Schuljahren in Mathe und Deutsch erlangen sollen.
Die Zeugnisse werden auf der Basis von Kompetenzrastern erstellt, die "die Leistungsstände der Schülerin oder des Schülers kompetenzorientiert und an den Bildungsstandards orientiert wieder [gibt]“ (§ 7 Absatz 2 Zeugnisverordnung).
Die Leistungen werden in einem 10-stufigen Raster, das die Kompetenzentwicklung in den vier Kompetenzbereichen des jeweiligen Fachs über den gesamten Grundschulzeitraum hinweg abbildet, dargestellt.
Eine ausführliche Präsentation von Nikola Schroth (Die Senatorin für Bildung und Wissenschaft, Referat 21, Gestalterische Aufgaben an allgemeinbildenden Schulen) finden Sie hier zum Download: Kompetenzorientierte Leistungsdokumentation.
wir freuen uns, dass Sie sich die Zeit genommen haben, mit uns das Lernen zu lernen.
Konnten Sie bereits einige Tipps mit Ihren Kindern ausprobieren?
Damit Sie das Gehörte nochmal auffrischen können, finden Sie wie versprochen:
- den Test um herauszufinden, welcher Lerntyp Ihr Kind ist
- die Zusammenfassung des Vortrags, in der Sie nachlesen können, wie Sie Ihr Kind optimal unterstützen
Zusätzlich haben sich einige von Ihnen eine genauere Beschreibung der Wiederholungsphasen gewünscht:
Um Lernstoff dauerhaft abspeichern zu können, benötigt man einerseits die richtigen Lerntechniken (z.B. Strukturen, hirngerechte Päckchen, Bilder, Farben, etc.), aber vor allem sechs Wiederholungen. Dabei wird der Aufwand für jede Wiederholung immer kürzer, da nur noch "die Wege der Lagerhalle" im Gedächtnis abgegangen werden und kein neues Lernen mehr nötig ist.
Wichtig ist, dass Sie mit Ihrem Kind täglich eine kurze Stichpunktliste anlegen, welcher Lernstoff in der Schule behandelt wurde. Am besten legen Sie diese Liste in einem Karteikasten ab, um den Zeitpunkt der nächsten Wiederholung nicht zu vergessen.
Lassen Sie sich beim anlegen der Liste von Ihrem Kind kurz erklären, was in der Schule zu dem Thema behandelt wurde, sodass Ihr Kind den Stoff in eigenen Worten wiedergibt. Je Fach sollte dies nicht länger als eine Minute dauern. Schon haben Sie die erste Wiederholung durchgeführt.
Die zweite Wiederholung soll innerhalb der folgenden drei Tage stattfinden. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. In der Regel wird in der Schule der Stoff nochmal wiederholt, da z.B. die Hausaufgaben durchgesprochen werden. Je nachdem wie aufmerksam Ihr Kind dies in der Schule verfolgt, empfiehlt es sich zusätzlich, den Stoff nochmal in anderer Form durchzugehen, um zu sehen, ob Ihr Kind das Thema auch durchdrungen hat. Beispielsweise eignen sich hierfür Lernvideos und Übungsaufgaben sehr gut. Je Fach sind hier 2-3 Minuten ausreichend, um den Stoff wieder kurz in den Vordergrund zu holen und so aktiv abzuspeichern.
Wenn Sie merken, dass bei den Wiederholungen Lernschwierigkeiten auftreten und somit Stoff gelernt und nicht nur wiederholt werden muss, sollten Sie die Lernphase zeitlich klar von der Wiederholungsphase abtrennen, damit Ihr Kind weiterhin für die Wiederholungsphasen zugänglich bleibt.
Die dritte Wiederholung folgt nach einer Woche]. Dies ist oft der kritische Punkt, da der Stoff in der Schule meist bereits abgehandelt ist und ein neues Thema beginnt. Somit findet innerhalb der Schule häufig keine aktive Wiederholung mehr statt. Um den Lernstoff dauerhaft zu behalten, muss Ihr Kind daher nochmal selbst tätig werden und das Wissen erneut kurz auffrischen. Dabei ist es gar nicht nötig den Lernstoff umfangreich zu bearbeiten. Lediglich eine kurze Auffrischung ist notwendig, damit das Gedächtnis Ihres Kindes darauf vorbereitet ist, den Stoff schnell abzurufen. So wird es dann auch für die später anstehende Klassenarbeit bereitgehalten.
Die vierte Wiederholung soll nach einem Monat erfolgen. Hierfür werden in der Schule Klassenarbeiten angesetzt, um zu sehen, ob der Lernstoff langfristig abgespeichert wurde. Wenn Ihr Kind das Wissen kurz vor der Klassenarbeit durch einige Übungsaufgaben erneut auffrischt, ist der Aufwand für die Vorbereitung der Klassenarbeit minimal.
Spätestens ab hier ist für viele Kinder das Kapitel abgehakt. Die Klassenarbeit ist vorbei und der Lernstoff wird vermeintlich nicht mehr benötigt.
Aber ohne die fünfte und sechste Wiederholung, die jeweils im Abstand von etwa einem halben Jahr erfolgen sollen, wird der Lernstoff langfristig wieder verloren gehen. So entsteht bei vielen Kindern die Situation, dass in der Grundschule noch alles gut läuft und sich dann erst auf der weiterführenden Schule die Probleme einschleichen. Die Grundlagen, die in der "Grund"schule gelernt wurden, sind dann im Gedächtnis nicht mehr so leicht abrufbar oder sogar vergessen.
Sprechen Sie daher mit Ihrem Kind ab, wie es in Zukunft den Lernstoff wiederholen möchte, damit die Schulzeit für Ihr Kind und Ihre Familie zu einer schönen Zeit voller Erfolgserlebnisse wird.
Unserer Erfahrung nach haben viele Kinder Spaß an interaktiven Lernplattformen, sodass es sich lohnt, sich diese gemeinsam mit Ihrem Kind anzusehen. Empfehlenswert sind z.B. Lerncoachies, Scoyo und Sofatutor.
Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Spaß und Erfolg mit Ihren Kindern!
Herzliche Grüße auch von unserem Team :)
Benjamin Schmitt